Erstflug in der ersten Klasse..

Wie allseits bekannt, verfügt Swiss seit Februar mit der Boeing 777-300 über ein neues Flaggschiff. Seit dem 10. April 2016 wird dieses Flugzeug auch auf der Strecke von Zürich nach Hong Kong eingesetzt. Was zur Folge hatte, dass mein Flug am 11. April von Hong Kong nach Zürich der Erstflug auf dieser Route war. Und damit Flug und Klasse übereinstimmen – das Ganze in First.

Dieser Trip-Report beginnt ausnahmsweise nicht am Flughafen, sondern schon in der Stadt. Denn in Hong Kong gibt es eine sehr angenehme Besonderheit für die Nutzer des Airport Express. Einen Zug, der sowohl Hong Kong Island als auch Kowloon mit dem Flughafen verbindet. An der Bahnstation gibt es Check-In Schalter fast aller Airlines; man kann also sein Gepäck schon dort abwerfen und unbeschwert in den Zug steigen:

Check-In am Bahnhof

Check-In am Bahnhof

Einziger Nachteil: bei der Einfahrt am Flughafen hatte ich eine Schrecksekunde, als ich meinen Koffer aus dem Gepäckfach holen wollte und ihn nicht vorfand. War aber wirklich nur eine Sekunde, dann ist es mir wieder eingefallen.

Der Flughafen selbst macht einen sehr guten Eindruck; Security und Passkontrolle gingen schnell und reibungslos.

Kommen wir also zu den Lounges. Als Inhaber eines Swiss First Tickets bekommt man eine Einladung in die Plaza Premium First Class Lounge; auch auf der Homepage von Swiss wird diese Lounge als einzige genannt, wenn man wissen möchte, wo man vor dem Flug unterkommen kann. Aber natürlich kommt man mit dem Ticket auch in sämtliche Star Alliance Lounges, die es hier gibt, 3 an der Anzahl. Und da heutzutage ja alles in Listen verpackt wird, folgt nun mein persönlicher Countdown für Hong Kong, basierend auf meinen gesammelten Erfahrungen am 11. April 2016. Also repräsentativ sozusagen…

 

Platz 4: United Club / United Global First Lounge

Diese Lounge ist gerade wegen Renovierung geschlossen, insofern war mehr als ein letzter Platz nicht möglich.

 

Platz 3: Plaza Premium Lounge

In der Nähe von Gate 1, also ziemlich gleich nach der Security, befindet sich diese Lounge. Hierhin wird man als Swiss First Passagier abgeschoben, wenn man nicht mit Expertenwissen oder zumindest gesunden Menschenverstand gesegnet ist. Es gibt eine große Lounge für Business Class Passagiere, in die man auch hineinkommt, wenn man ein paar Dollar bezahlt. Und entsprechend voll ist es dort. Und stockdunkel. Und das Angebot an Speisen und Getränken ist bescheiden.

Plaza Premium Business Lounge

Plaza Premium Business Lounge

Etwas besser stellt sich die Situation im abgetrennten First Class Bereich dar. Der Raum ist einen Tick heller und vor allem absolut leer. Und während meines Aufenthaltes kam auch kein einziger Passagier. Es gibt eine kleine Auswahl von Snacks (dies Büffet zu nennen wäre übertrieben) sowie ein a la carte Menü mit 4 verschiedenen warmen Gerichten. Allerdings wurde ich gleich darauf hingewiesen, dass heute nur eines davon verfügbar sei. Also habe ich nur ein Glas Champagner bestellt. Das kam auch ziemlich schnell, leider aber behaftet mit gravierenden Mängeln. Warm und gänzlich ohne Sprudel – ohne Perlage wie die Experten sagen würden. Das war wohl noch ein Rest vom Vortag. Meine Kritik wurde aber umgehend erhört, eine neue Flasche wurde geöffnet und alles war gut. Hier noch ein paar Impressionen:

Der First Class Bereich auf einen Blick.

Der First Class Bereich auf einen Blick.

Der First Class Bereich auf den zweiten Blick.

Der First Class Bereich auf den zweiten Blick.

Und nochmal inkl. Business-Center.

Und nochmal inkl. Business-Center.

Am Tisch ist es schön hell.

Am Tisch ist es schön hell.

Wurst und Fisch

Wurst und Fisch

 

Platz 2: Thai Airways Lounges

Genau wie die United Lounges, sind die Thai Lounges ziemlich weit vom Eingangsbereich des Terminals entfernt. Evtl. ist dies ein Grund dafür, dass man auf der Swiss Homepage die Existenz verschweigt. Nach der depressiven Stimmung der Plaza Premium Lounge mit der Dunkelheit und den eintönigen Farben, bekommt man hier ein Kontrastprogramm der Sonderklasse. Die Thai Business Lounge besticht durch hellste Helligkeit, offenste Offenheit und bunteste Farbenvielfalt. Viele Passagiere aber nicht überfüllt, ein sehr nettes Büffet mit einer guten Auswahl an Speisen und Getränken. Außerdem die üblichen Annehmlichkeiten wie Free WIFI, ein großes Business Center, extrem viele Zeitungen und Magazine (auch viele deutsche), Massage-chair usw…

Viele bunte Sitze..

Viele bunte Sitze..

Sehr gute Auswahl an Speisen und Getränken.

Sehr gute Auswahl an Speisen und Getränken.

Salatzeug

Salatzeug

Fertignudeln und Alkohol

Fertignudeln und Alkohol

Schönes Business Centre.

Schönes Business Centre.

Etwas exklusiver geht es in der angegliederten Royal First Lounge zu. Hier gibt es keine bunten Sitze und kein grosses Büffet. Essen und Getränke werden serviert. Man kann sich aber auch in die Business Lounge rüberschleichen und dort den Teller vollpacken.

Muss bei Tageslicht ziemlich cool sein...

Muss bei Tageslicht ziemlich cool sein…

Royal First Lounge

Royal First Lounge

Speisekarte

Speisekarte

Lecker...

Lecker…

Deutsche Lektüre für den Heimflug.

Deutsche Lektüre für den Heimflug.

Massage-Chair

Massage-Chair

Eine Kleinigkeit ist jedoch unverzeihlich – Thai serviert keinen Champagner in der First Lounge. Ansonsten ein gelungenes Loungeprodukt.

Platz 1: Singapore Silverkris Lounges

Nur wenige Schritte von der Plaza Premium Lounge entfernt, steht man vor diesem Eingang:

Welcome

Welcome

Singapore Airlines betreibt in Hong Kong eine Business und eine First Class Lounge, die ich Ihnen hiermit kurz vorstellen möchte.

Der Business Bereich ist ein großer Raum ohne Fenster. Das kann Thai besser. Das Angebot an Speisen und Getränken ist aber sehr gut. Es gibt ein Büffet mit kalten und warmen Gerichten.

Business Lounge

Business Lounge

Restaurantbereich

Restaurantbereich

Nett präsentiert..

Nett präsentiert..

Und finally nun die First Class Lounge von Singapore Airlines. Überschaubare Größe, kein Tageslicht und viel zu warm. Aber halbwegs nett eingerichtet und die mit Abstand beste Auswahl an Speisen und Getränken.

Eingang

Eingang

Die ganze Lounge auf einem Foto..

Die ganze Lounge auf einem Foto..

Sitzen und lesen

Sitzen und lesen

Hunger und Durst können am Büffet bekämpft werden. Es gibt eine schöne Auswahl an verschiedenen warmen und kalten Gerichten sowie mehr als genug Getränkeoptionen.

Büffet-Bereich

Büffet-Bereich

Salatbar

Salatbar

Superlecker...

Superlecker…

Gegen den Durst...

Gegen den Durst…

Man kann aber auch etwas von der Karte ordern.

Speisekarte

Speisekarte

 

Offizielles Loungefazit: Singapore hat beim Essen die Nase vorn, Thai bei der Einrichtung.

Kommen wir nun aber zum Main-Event: dem Flug nach Zürich.

Also ab zum Gate, wo sich insgesamt 340 Passagiere zusammengefunden hatten – eine komplett ausgebuchte Maschine.

Viele Menschen

Viele Menschen

Unsere Wartezone

Unsere Wartezone

Und dann kam der hochoffizielle Teil. Zur besseren Würdigung nachfolgend 2 Fotos der Zeremonie.

Ready for Schnipp-Schnapp...

Ready for Schnipp-Schnapp…

Und nochmal in Großaufnahme.

Und nochmal in Großaufnahme.

Und Schokolade gab`s auch noch.

Schoki

Schoki

Kommen wir nun zum eigentliche Flug. Insgesamt gibt es 8 Plätze in der First Class; die gesamte Kabine macht einen sehr aufgeräumten und edlen Eindruck. Das Raumgefühl ist sehr gut. Wir hatten die gleiche Crew wie auf dem Hinflug. Man kannte sich also schon. Nur der Pilot war neu. Und sehr freundlich. Es gab eine persönliche Begrüßung, und auch in das Cockpit durften wir kurz rein.

Schöne Kabine!

Schöne Kabine!

Mein Zuhause für die nächsten 12 Stunden war der Platz 2K, eine gute Wahl. Der Sitz selbst ist hochwertig und schön anzusehen, sowie kinderleicht zu bedienen. Man hat extrem viel Platz, sowohl in der Breite als auch in Bezug auf die Beinfreiheit. Es gibt sehr viel Stauraum und Ablagefächer inkl. einer persönlichen Garderobe, die sich in der vorderen ausfahrbaren Wand befindet. Auch von hinten kann man zum Gang hin die Wand vorfahren, so dass man auf Wunsch eine komplett geschlossene Einzelkabine hat. Man muss dann aber den Inhalt seiner Garderobe anschauen. Jeder Platz am Fenster hat deren 3, die mit einer über die komplette Länge laufenden Jalousie verdunkelt werden können. Hier ein paar Impressionen von meinem Sitz:

Sitz von vorne

Sitz von vorne

Sitzansicht

Sitzansicht

Sitz von hinten

Sitz von hinten

Sitz von der Seite; Jalousie auf Halbmast

Sitz von der Seite; Jalousie auf Halbmast

Lampe mit heissem Tuch

Lampe mit heissem Tuch

Falls Besuch zum Essen kommt; ansonsten für die Füsse.

Falls Besuch zum Essen kommt; ansonsten für die Füsse.

Riesiger Monitor und riesiger Tisch.

Riesiger Monitor und riesiger Tisch.

Persönliche Garderobe

Persönliche Garderobe

Kommandozentrale

Kommandozentrale

Auch zum Schlafen ist der Sitz ziemlich gut. Komplett flache und riesige Liegefläche. Die Armlehnen verschwinden in der Liegeposition, so dass man sich nicht eingeengt fühlt. Man bekommt ein schönes Bett gemacht, mit Matratze, guter Decke und Kopfkissen. Toll!

Und noch was sehr Erfreuliches: Swiss hat nun 2 Toiletten für die First Class. In den anderen Maschinen (A330 und A340) gibt es nur eine, und das kann manchmal zu Wartezeiten führen. Das nur als positive Randnotiz.

Moderne und geräumige Toilette

Moderne und geräumige Toilette

Da auf einem so langen Flug ja etwas Unterhaltung nie schadet, hat Swiss an jedem Sitz einen riesigen Monitor mit überragender Bildqualität montiert. Dazu werden gute Qualität Kopfhörer gereicht. Das Entertainment-System ist relativ einfach zu bedienen und bietet eine gute Auswahl an Filmen und Musik. Und eine ziemlich coole und informative Airshow (inkl. Live-Kameras), die man sehr individuell einstellen kann und sogar auf dem eigenen Handy verfolgen kann. Außerdem eine recht nette Auswahl an Tageszeitungen und Zeitschriften.

Riesiger Bildschirm

Riesiger Bildschirm

Bildschirm im Bestimmer

Bildschirm im Bestimmer

Tolle Airshow - individuell konfigurierbar.

Tolle Airshow – individuell konfigurierbar.

Internet Voucher

Internet Voucher

Zum Thema Internet an Bord: Das ist normalerweise kostenpflichtig, aber als Passagier der ersten Klasse, bekommt man einen (oder auch zwei) Voucher, die ein Jahr gültig sind. Das halte ich auch für geboten; kann es bis heute nicht nachvollziehen, dass man z.B. in der Lufthansa First Class dafür zahlen muss. Das geht einfach nicht. Über Indien war kein Empfang, aber ansonsten hat es wirklich gut und schnell funktioniert – so konnte man Freunde und Verwandte live belästigen. Einzige Kritik: Die Registrierung (selbst mit Voucher) ist extrem umständlich: es werden sehr viele Informationen erfragt, und Dinge wir Nutzernamen und Passwort muss man doppelt eingeben. Das war nervig. So, genug des Klagens auf hohem Niveau; kommen wir zum Essen an Bord:

Zum akklimatisieren gibt es ein Glas Champagner.

Champagner und Schokolade

Champagner und Schokolade

Nach dem Start geht es dann weiter mit Champagner. Übrigens einen Laurent-Perrier Grand Siecle, falls es jemanden interessiert.

Champagner und Gruß aus der Küche

Champagner und Gruß aus der Küche

Wie man nachfolgend sieht, ist der Tisch riesig, so dass man auch zu zweit dinnieren kann. Es wird alles schön eingedeckt und los geht`s ….

Sehr schön serviert

Sehr schön serviert

Da mich sowohl der Lachs, als auch der Hummer interessiert haben, wurde mir freundlicherweise beides serviert.

Vorspeisenkombination

Vorspeisenkombination

Und weil der Hummer so extrem lecker war, gab`s nochmal einen. Dankeschön!!

Nachschlag

Nachschlag

Dann Hauptspeise:

Rindsfilet als Hauptgang

Rindsfilet als Hauptgang

 

Und dann noch ein kleines Schokoladentrüffel-Törtchen:

Nachspeise

Nachspeise

Und nach dem Dessert noch eine Nachspeise – Pralinen aus dem Peninsula Hotel:

Aber sowas von lecker...

Aber sowas von lecker…

Dann waren erst mal ein paar Stunden Fasten angesagt, bevor es dann noch ein kleines Frühstück gab:

Breakfast

Breakfast

Weinkarte

Weinkarte

Speisekarte

Speisekarte

Und der Vollständigkeit halber noch ein Bild vom Amenity Kit:

Amenity Kit mit Inhalt

Amenity Kit mit Inhalt

Wie man sieht gab es auch einen Schlafanzug und Pantoffeln.

Landung in Zürich erfolgte mit nur wenigen Minuten Verspätung, so dass wir unseren Anschlussflug noch bequem erreicht haben (allerdings blieb keine Zeit für einen Loungebesuch). Gepäck hat den Umstieg auch problemlos gemeistert.

Alles in allem ein sehr angenehmer Flug.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Swiss First Class? Konnten Sie schon mit der neuen Boeing 777 fliegen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3 comments

  • Wir hatten den Erstflug aus Zürich nach Hongkong am 10.04. in der First. War echt klasse. Hatten 2D und 2G.

    Gab sogar eine „Wassertaufe“ von der Flughafenfeuerwehr in HKG.

  • Champagner in Kombination mit Coke Zero? Auch noch nie gesehen 🙂

  • Swiss, ist halt eine Deutsche Airline. Schöne Bilder. 777 hat Swiss von der Lufthansa die Bestellungen übernehmen müssen.

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